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Lindhorst , Niedersachsen

Bergbaumuseum Lindhorst

Vorindustrieller Bergbau ist in der Schaumburger Mulde seit dem Hochmittelalter belegt. Doch erst Ende des 19. Jahrhundert ging der regionale Kleinbergbau am Bückeberg in eine industriell geprägte Förderung über. So entstand 1873 eine erste Tiefbau-Schachtanlage in Beckedorf und 1902 nahm der auf Initiative der Schaumburger Grafen entstandene Georgschacht in Stadthagen den Betrieb auf. Ab 1867 stand der Bergbau in Schaumburg und am Deister unter der Leitung des neuen preußischen Bergamtes in Obernkirchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte der Bergbau im Schaumburger Land weiter. In den 1950er Jahren nahmen unter Leitung der Preußischen Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft (Preußag) Schächte in Lüdersfeld und Auhagen die Förderung auf. Für die Belegschaften der Zechenanlagen entstand in Lindhorst eine große Bergarbeitersiedlung. Doch trotz der Modernisierung und höherer Förderleistungen kam 1960 mit der Stilllegung aller Anlagen das Aus für den Schaumburger Bergbau. Drei Jahre zuvor war schon das Bergwerk in Barsinghausen geschlossen worden. Von den ehemaligen Übertageanlagen ist heute nicht mehr viel zu sehen. Das ehemals beeindruckende Zechenhaus des Georgsschachtes, die sog. Kohlenkirche, ist heute Ruine.

 

Auf Initiative des 1953 gegründeten Bergmannsvereins Glückauf Lindhorst und eines neu gegründeten Fördervereins Schaumburger Bergbau e.V. eröffnete 1995 eine Bergbau-Museumsstube, die 2006 als Bergbaumuseum in das Dorfgemeinschaftszentrum Hof Gümmer umzog. Hier illustrieren Streckenausbauten, Modelle, Pläne und Fotografien die lokale Bergbaugeschichte. Ein angeschlossenes kleines Museum hat die Geschichte der regionalen Ziegeleiindustrie zum Thema.

 


Bahnhofstraße 37, 31698 Lindhorst


Ansprechpartner
Günter Ludewig
+49 5725 5243

Träger
Kultur Förderverein Schaumburger Bergbau e.V.

Literatur

Römhild, Georg: Die Wealdenkohle im Schaumburger Land - was daran ist Industriekultur?, in: Industrie-Kultur 13, 2007, S. 20-21.

Römhild, Georg: Montanindustrie an der Peripherie: die nordwestdeutsche Wealdenkohle und der frühere Bergbau im Gesamtbergamt Obernkirchen-Barsinghausen im Übergang von der Früh- zur Hochindustrialisierung unter besonderer Berücksichtigung des 1961 erloschenen Schaumburger Steinkohlenbergbaus, in: Arbeitskreis für Historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa (Hrsg.): Siedlungsforschung. Archäologie, Geschichte, Geographie, Bonn 1998, S. 279-327.

Riedmayer, Susanne (Bearb.): Quellen zur Geschichte des Schaumburger Bergbaus im Staatsarchiv Bückeburg (ca. 1500-1970). Ein sachthematisches Verzeichnis, Bückeburg 1995 (= Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung : Inventare und kleine Schriften des Staatsarchivs in Bückeburg).

Weiland, Wilhelm: Die Schaumburger Kohlenbergwerke in Bildern, Stadthagen 1980.

52.358969, 9.284181