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Essen, Nordrhein-Westfalen

Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof

Stemmering 18, 45259 Essen

In Heisingen begann der industrielle Bergbau 1871 mit der Gründung der Zeche Heisinger Tiefbau, die mehrere Kleinzechen aus der Nachbarschaft zusammenschloss. Mit dem Kauf der Zeche durch den Unternehmer Fritz Funke wurde 1897 der erste Tiefbauschacht angelegt, der zwei Jahre später mit der Förderung begann. 1906 ging die Zeche unter dem neuen Namen Carl Funke in den Besitz der Essener Steinkohlenbergwerke A.G. über, die die Brikettproduktion ausbaute und 1926 einen weiteren Schacht in Betrieb nahm. Die Stilllegung des Bergwerks erfolgte 1973, die Brikettfabrik folgte zwei Jahre später.

 

Das Museum wurde 1984 auf Initiative des Pfarrers der evangelischen Kirchengemeinde im Keller eines Altenheims eingerichtet. Bis heute ist der Paulushof, der die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stellt, Träger des Museums. Betreut wird die ca. 600 Stücke umfassende Sammlung von ehemaligen Bergleuten von Carl Funke. Der Raum wird dominiert von einem hölzernen Türstock, vor dem ein Kohlenhobel mit einem Panzerförderer steht. Die Zeche selbst ist als großes Tischmodell vertreten, ein weiteres Modell zeigt einen modernen Schildausbau mit Walzenschrämlader. Weiter erwähnenswert ist das Modell eines Wasserwerfers zur hydromechanischen Kohlegewinnung, die auf Carl Funke ab 1962 in großem Stil erprobt wurde. Weiterhin finden sich eine Präzisionswaage aus dem Markscheiderwesen und ein Anemometer aus der Zeit um 1900. In den Räumen ist zudem eine kleine Ausstellung über den Essener Geologen Karl Burger und seine Forschungen über vulkanische Kaolin-Kohlentonsteine zu sehen.

 


Ansprechpartner
Hans J. Hesterberg

Träger
Evangelische Kirchengemeinde Essen-Heisingen

Literatur
Grütter, Heinrich Theodor (Hrsg.): Museumshandbuch Ruhrgebiet. Kunst, Kultur und Geschichte, Essen 2003, S. 173.
Detering, Horst: Von Abendlicht bis Zwergenmutter. 400 Jahre Bergbau in Heisingen, Essen 1998.

51.40046, 7.062869