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Alsdorf, Nordrhein-Westfalen

Grube Anna Bergbauinformationszentrum

Herzogenrather Straße 100, 52477 Alsdorf

Eine 1834 zur Erschließung der umliegenden Kohlenvorkommen unter dem Namen Eschweiler Bergwerks-Verein gegründete Aktiengesellschaft erwarb 1863 die Grube Anna in Alsdorf, die ab1853 in ergiebigen Flözen hochwertige Fettkohle förderte. Kurz nach 1900 nahmen eine Kokerei und Nebengewinnungsanlagen den Betrieb auf. Hauptabnehmer des Kokses war der luxemburgische Stahlkonzern Arbed. Nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Verbundbergwerk ausgebaut, zählte die Grube Anna bald zu den größten Koksproduzenten in Westeuropa. Die Zusammenlegung mit dem benachbarten Bergwerk Emil Mayrisch führte 1983 zur Einstellung der Förderung. Die Kokerei wurde 1992 stillgelegt.

 

Zwei Jahre später gründeten ehemalige Bergleute einen Museumsverein, um Teile der Übertageanlagen zu erhalten und Objekte zu sichern. Doch anstelle eines lange geplanten Bergbaumuseums entstand dann ab 2010 über den Förderverein und eine gemeinnützigen GmbH als Träger ein gänzlich neues Museum. Es eröffnete 2014 unter dem Namen ENERGETICON in den erhaltenen Gebäuden als Museum zur Geschichte des regionalen Bergbaus und zugleich als außerschulischer Lernort über die Nutzung nicht-fossiler Energieträger. In seinem historischen Teil zeigt das ENERGETICON Sammlungsobjekte des Museumsvereins, darunter zwei Untertagestrecken mit der vollen Ausstattung der Arbeitsplätze des Bergmannes und einen Blick in seine Wohnsituation und seine Freizeitgestaltung. Auf dem Außengelände finden sich u. a. die Lok Anna 8, einige Waggons sowie andere Großgeräte.

 

Die meisten Objekte im Besitz des Vereins stammen direkt von der ehemaligen Grube Anna oder sind durch spätere Schenkungen in seinen Besitz gekommen. Heute unterhält der Verein als "Grube Anna Bergbauinformationszentrum" die Bergbaubibliothek Alsdorf. Einen großen Teilbestand bildet die historische Bibliothek der 1988 geschlossenen Bergschule Aachen. Die sogenannte sozialgeschichtliche Sammlung dokumentiert Alltag und Arbeit der früheren Zeche und umfasst inzwischen ca. 6.000 in einer Datenbank erfasste Objekte. Hier finden sich neben technischen Geräten des Abbaus und des Förderbetriebes auch zahlreiche Objekte aus den Bereichen Kunsthandwerk und Andenken. Die Fotosammlung zählt ca. 20.000 bis 30.000 Einheiten. Einen weiteren zusammenhängenden Bestand stellt ein Akten-, Plan- und Lehrmittelarchiv aus Beständen der Grube Anna und der Bergschule Aachen dar. Diese Materialien werden lokal- und montanhistorisch Interessierten zugänglich gemacht.

 


Träger
Verein Bergbaumuseum Grube Anna e.V

Literatur
Bergbaumuseum Grube Anna e.V. (Hrsg.): Das Alsdorfer Zentrum für Montangeschichte und Industriekultur, in: Glückauf. Bergbau und Energie 38, 2013, S. 32-49.
Knisch, Heinz: Erinnerungen an "Anna". Geschichte der Gruben, Kraftwerke und Kokereien auf dem "Anna-Gelände" in Alsdorf, Alsdorf 1997. (Eigenverlag)
Schätzke, Hans Jakob: Vor Ort. Geschichte und Geschichten eines Bergbauunternehmens im Aachener Revier, Herzogenrath 1992.
Schunder, Friedrich: Geschichte des Aachener Steinkohlenbergbaus, Essen 1968.

50.876405, 6.146252