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Köln , Nordrhein-Westfalen

Barbarastollen der Universität Köln

Als Teil der Kölner Handelsschule entstand 1909 ein Museum für Handel und Industrie, das den Studenten unterrichtsbegleitend grundlegende Zusammenhänge der Wirtschaft anschaulich und begreiflich machen sollte. So erläuterten Grafiken, Modelle und Filme den Werdegang vom Rohprodukt zum Fertigfabrikat, Statistiken und Karten wirtschaftliche Zusammenhänge und Produktionsgebiete. Das Museum richtete sich neben den Studierenden auch an ein allgemeines Publikum und zählte pro Jahr etwa 6.500 Besucher.

 

Mit dem Neubau des Universitätshauptgebäudes ab 1929 entstand unter dem Namen Schau westdeutscher Wirtschaft ein neues Museum, das im Februar 1933 unter der neuen Leiterin Ella Bieroth eröffnete. Im Mittelpunkt stand hier die westdeutsche Industrie mit den Abteilungen Steine und Erden, Eisen und Stahl, Bekleidung und Ernährung sowie Bergbau. Für letztere richtete der Essener Maler und Grafiker Kurt Holl im Keller des Gebäudes einen begehbaren Querschlag eines Steinkohlenbergwerks mit betriebsfähigen Maschinen ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Stollen in Vergessenheit und wurde erst Anfang der 1980er-Jahre mit Hilfe der RAG saniert und wieder zugänglich gemacht. Heute betreut das Institut und Poliklinik für Arbeitsmedizin, Umweltmedizin und Präventionsforschung der Universität Köln den Stollen. Zu sehen ist der Stand des mechanisierten Bergbaus um 1930, darunter Abbau- und Bohrhämmer, eine Schüttelrutsche, Haspel, Förderwagen und verschiedene Ausbauformen. Der Barbarastollen ist nur im Rahmen von Veranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich.

 

 


Albertus-Magnus Platz, 50931 Köln


Ansprechpartner
Prof. Dr. Thomas Erren, MPH

Träger
Universität Köln

Literatur

Heimbüchel, Bernd/Pabst, Klaus: Kölner Universitätsgeschichte, Band 2: Das 19. und 20. Jahrhundert, Köln u. a. 1988, S. 526-529.

Die neue Universität Köln mit ihren Instituten und Seminaren, Köln 1938, S. 41-44.

Bieroth, Ella: Schau westdeutscher Wirtschaft. Universitätsneubau Köln-Lindenthal, Köln 1933.

Universität Köln 1919-1929, Köln 1929, S. 116-118.

50.928307, 6.928991