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Barsinghausen , Niedersachsen

Besucherbergwerk Klosterstollen Barsinghausen

Um dem steigenden Bedarf nach Steinkohlen in der Region Hannover zu entsprechen, errichtete das Königreich (ab 1866 Preußen) in Barsinghausen einen Förderstollen, der die Keimzelle für die spätere Schachtanlage bildete. Die Arbeiten am Klosterstollen dauerten von 1856 bis 1869, die Kohlenförderung bis 1921. In der Zwischenzeit war 1899 ein erster Tiefbauschacht in Betrieb gegangen und nur zehn Jahre später arbeiteten 2.300 Bergleute auf der neuen Anlage. In den 1920er Jahren wurden sie weiter ausgebaut, die Schächte vertieft und eine Kokerei errichtet. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man vergeblich den Abbau durch den Einsatz von Kohlehobeln zu modernisieren. Zusammen mit der wachsenden Konkurrenz durch die Ruhrkohle kam es bereits 1957 zur Stilllegung der Anlage.

 

In den 1980er Jahren gab es erste Pläne im alten Klosterstollen ein Besucherbergwerk einzurichten. Die Arbeiten am Stollen dauerten von 1986 bis zur Eröffnung 1999. Heute können Besucher den 1.470 Meter langen Stollen mit einer Grubenlok bis zur Grundstrecke befahren. Zu sehen ist hier die manuelle Kohlengewinnung und -förderung in den niedrigen Flözen mit den bis in die 1950er Jahre gebräuchlichen Maschinen, darunter Wurfschaufellader, Bohr- und Abbauhammer und Schüttelrutsche. Von den einstigen Tagesanlagen haben sich allein Waschkaue und Zechensaal erhalten. In der Waschkaue ist eine kleine Ausstellung mit Werkzeugen, Geleucht sowie Traditions- und Erinnerungsgegenständen zu sehen.

 


Hinterkampstraße 6, 30890 Barsinghausen


Ansprechpartner
Dieter Lohmann
+49 5105 514187

Träger
Alte Zeche - Gemeinnützige Betriebs GmbH

Literatur

Brodtmann, Matthias: Barsinghausen unter Klöppel, Schlegel und Eisen, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Barsinghausen 2010.

Boden, Konrad: Vor 50 Jahren wurde das Steinkohlenbergwerk Barsinghausen stillgelegt, in: bergbau 9, 2008, S. 439-441.

Stadt Barsinghausen (Hrsg.): Energie geladen - Wege der Deisterkohle. Begleitheft zur Ausstellung Deister Bergbau Museum, Barsinghausen 2005.

Römhild, Georg: Montanindustrie an der Peripherie: die nordwestdeutsche Wealdenkohle und der frühere Bergbau im Gesamtbergamt Obernkirchen-Barsinghausen im Übergang von der Früh- zur Hochindustrialisierung unter besonderer Berücksichtigung des 1961 erloschenen Schaumburger Steinkohlenbergbaus, in: Arbeitskreis für Historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa (Hrsg.): Siedlungsforschung. Archäologie, Geschichte, Geographie, Bonn 1998, S. 279-327.

Stadt Barsinghausen (Hrsg.): Mitten im Aufschwung kam das Aus. Die Stilllegung des Steinkohlenbergbaus am Deister in den 50er Jahren, Barsinghausen 1998.

Krenzel, Horst: Erinnerungen an den Steinkohle-Bergbau im Deistergebirge, Horb a. Neckar 2. Aufl. 1997.

52.299444, 9.469253