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Waltrop , Nordrhein-Westfalen

Heimatmuseum Riphaushof

Die Geschichte der ehemals kleinen Landgemeinde Waltrop wurde durch den nach Norden wandernden Ruhrbergbau wesentlich mitbestimmt. 1901 erwarb der preußische Staat in der Gegend weitläufige Grubenfelder, 1903 begann man mit dem Abteufen zweier Schächte und drei Jahre später nahm die Zeche die Förderung auf. Neben einer eigenen Kokerei entstanden in der Folgezeit repräsentative Betriebsbauten im historistischen Stil sowie eine Zechensiedlung. Mitte der 1950er Jahre wurde die Anlage mit einem dritten Schacht ausgebaut und bis in die 1970er Jahre weiter modernisiert. Kohlekrise und Rationalisierung führten 1979 aber auch hier zur Stilllegung. Zwar sind die Fördergerüste inzwischen abgerissen, doch die weitgehend erhaltenen und gewerblich genutzten historischen Übertagegebäude zählen zu den schönsten des Ruhrbergbaus.

 

Die Sammlungen des 1935 gegründeten Heimatvereins waren erstmals 1971 in einer ständigen Ausstellung zugänglich. 1996 bezog das Heimatmuseum seinen heutigen Platz in einem ehemaligen Bauernhof aus dem Jahr 1904, wo in verschiedenen Räumen Ausstellungen zur Ur- und Frühgeschichte, Landwirtschaft, Handwerk, Schule und Kirche zu sehen sind. Der Verein hat über die letzten Jahrzehnte hinweg zahlreiche Publikationen zur Geschichte Waltrops veröffentlicht, wobei die Sammlung, Beschreibung und Archivierung von Fotodokumenten aus der Gemeindegeschichte einen Schwerpunkt der Arbeit bilden. Ein eigener Raum des Heimatmuseums ist dem Bergbau gewidmet. Neben Arbeits- und Alltagsgegenständen sind Souvenirs, Kleidungsstücke sowie eine nicht näher bestimmte geologische Sammlung ausgestellt. Weitere Stücke sind die Drehbank der Zeche, ein Förderwagen und das Modell eines Fördergerüsts. Eine Besonderheit sind hier die Bilder von Albert Vollmer, der in den 1950er Jahren als Unfallzeichner unter Tage arbeitete und in seiner freien Zeit Bilder auf den Beton einer Streckennische malte. Die Bilder wurden kurz vor der Stilllegung aus dem Beton herausgesägt und dem Heimatmuseum übergeben.


Riphausstraße 31, 45731 Waltrop


Ansprechpartner
Norbert Frey
+49 2309 72759

Träger
Heimatverein Waltrop

Literatur

Schubert, Wolfgang: Zeche Waltrop. Erinnerungen an die ehemalige "Zeche im Grünen", Werne 2013.

Frey, Norbert: Heimatmuseum Riphaushof. Ein Führer durch das historische Waltrop, Waltrop 2011.

Grütter, Heinrich Theodor (Hrsg.): Museumshandbuch Ruhrgebiet. Kunst, Kultur und Geschichte, Essen 2003, S. 398.

Braun, Michael/Schild, Thomas: Arbeiten im Park - Die Zeche Waltrop, Waltrop 2002.

51.626583, 7.411136