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Datteln, Nordrhein-Westfalen

Dorfschultenhof - ehemaliges Hermann-Grochtmann Museum


In Datteln begann mit dem Abteufen zweier Schächte für die Schachtanlage Emscher-Lippe 1902 der Kohlenbergbau. Die verkehrsgünstig neben dem 1899 eröffneten Dortmund-Ems-Kanal gelegene Zeche förderte ab 1906, nur zwei Jahre später ging eine dazugehörige Kokerei in Betrieb. Im zweiten Weltkrieg wurde die Anlage durch Bombenangriffe schwer beschädigt, nahm jedoch bald wieder den Betrieb auf. Der ab 1970 geplante Abbau des Nordfeldes unter der Haardt, das für die nächsten 60 Jahre den weiteren Betrieb sichern sollte, kam wegen geologischer Störungen nicht mehr in Frage. Am 25. Februar 1972 erfolgte die Schließung des Bergwerks, die Kokerei produzierte noch bis in die frühen 1980er-Jahre.

 

Das Museum der Stadt Datteln eröffnete 1927 im Dorfschultenhof, einem ehemaligen 1911 von der Gemeinde erworbenen Bauernhaus. Es deckte in seinen natur- und stadtgeschichtlichen Sammlungen ein breites Spektrum von der Bronzezeit über die frühneuzeitliche Landgemeinde bis hin zur Stadt des 20. Jahrhunderts ab. Nach kriegsbedingten Verlusten öffnete das Haus in den 1950er-Jahren erneut und wurde Ende der 1980er-Jahre grundlegend renoviert und umgestaltet. Die Dauerausstellung wurde 2017 geschlossen, um Raum für die Volkshochschule Datteln zu schaffen. Die Sammlungen sind eingelagert und aus organisatorischen und personellen Gründen mittelfristig nicht nutzbar.

 

Die Objekte zum Steinkohlenbergbau stammen fast ausschließlich von Emscher-Lippe. Das Stadtarchiv besitzt überdies über eine umfangreiche Glasplatten-Sammlung zum Standort.


Literatur
Meier, Norbert: Zeche Emscher-Lippe. Steinkohlenbergbau unter dem Kanalkreuz Datteln, Recklinghausen 2013.
Grütter, Heinrich Theodor (Hrsg.): Museumshandbuch Ruhrgebiet. Kunst, Kultur und Geschichte, Essen 2003, S. 84f.
Grau, Reinhold: Erinnerungen an ein Bergwerk. 25 Jahre nach der Stilllegung der Schachtanlage Emscher-Lippe, Datteln 1997.

51.656141, 7.346237