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Objekt des Monats

Im Forschungsprojekt „montan.dok 21“ wird die Geschichte der Musealen Sammlungen des Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok) weiter aufbereitet, Bestände werden erfasst und analysiert. Die Vielfalt des materiellen Bergbauerbes in unseren Sammlungen reicht dabei von der Großmaschine über die Barbarastatue, vom Firmenprospekt bis hin zur Taschenuhr als Jubiläumsgabe. Montangeschichte erzählen alle Objekte auf unterschiedliche Art und Weise.

 

Das „Objekt des Monats“ ist unser Schaufenster in diese Sammlungs- und Objektforschung. Hier beschäftigen sich die im Projekt tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler exemplarisch mit Objekten, die verschiedene Materialitäten, Branchen oder Epochen der Montangeschichte abdecken. Gleichzeitig gewähren sie damit einen Einblick in die verschiedenen Bestände des montan.dok – in das Bergbau-Archiv Bochum, die Bibliothek/Fotothek und die Musealen Sammlungen.

Kohlenkauf als Bürgerpflicht?

Die Bilderserie im Werbeheft macht auf den ersten Blick einen unschuldigen Eindruck. Strahlende Kinder spielen rund um den heimischen Kohlenofen, in der Badewanne oder am Kamin. Die behagliche Wärme ist auf die Heizkraft der „deutschen Saarkohle“ zurückzuführen. Warum wird aber dazu aufgerufen, die Saar nicht zu vergessen und zu ihr zu stehen? Der Auftraggeber der Werbung bezog sich offenbar auf die Abstimmung zur Rückgliederung des Saargebiets an Deutschland vom 13. Januar 1935, um ökonomisch von der nationalistischen Stimmung im Land zu profitieren.

Eine „erste Locomotive mit Luftbetrieb“ der Maschinenbau AG Humboldt

Im Jahr 1875 sandte der Generaldirektor der Maschinenbau AG Humboldt, Martin Neuerburg, einen Brief an Berghauptmann Albert Ludwig Serlo nach Breslau. Darin beschreibt er eine Grubenlokomotive mit Druckluftantrieb. Zusammen mit den zeitgleich beim Bau des Gotthardtunnels eingesetzten Druckluftlokomotiven steht diese Maschine für den Beginn der gewerblichen Nutzung der Drucklufttechnik in der Lokomotivförderung.

Rekonstruktion des Karbonzeitalters zwischen Kunst und Wissenschaft: Die Waldsumpfmoorlandschaft von Willy Kukuk

Bergbaumuseen bilden vielfach nicht nur den Bereich des Abbaus der Rohstoffe mit seinen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten ab, sondern geben auch einen Einblick in seine natürlichen Grundlagen. Mineralien- und Fossiliensammlungen, Lagerstättenmodelle des Steinkohlengebirges sowie bildliche Rekonstruktionen der Natur aus der Entstehungszeit der Kohle geben einen Eindruck von den natürlichen Voraussetzungen des Wirtschaftszweigs.

Die Liste als Schlüssel zur Erinnerung

Eine Liste bringt Ordnung ins Chaos und ist als Gedächtnisstütze unverzichtbar. Im Deutschen Bergbau-Museum Bochum gibt es selbstverständlich praktische Listen wie Eingangsbücher für Museumsobjekte – aber wofür sind Aufzählungen über diesen konkreten Nutzen hinaus zu gebrauchen? Mehr über praktische Listen, eine literarische Liste in Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und die Liste als Ausdruck persönlicher Erinnerungen findet sich im Artikel zum aktuellen Objekt des Monats.

Der Schwanzhund: Eine besondere Stiftung für das damalige Bergbau-Museum Bochum

Noch heute ist nicht endgültig geklärt, woher der Begriff Hund bzw. Hunt oder Hunte für ein Gefäß mit zwei Räderpaaren ungleicher Größe stammt. Die Bezeichnung für das seit dem 16. Jahrhundert im Bergbau belegte Fördermittel könnte auf das slowakische Wort hyntow für Wagen zurückgehen oder ist doch einfach mit dem Tier selbst in Verbindung zu bringen.

Kurzführer zur Deutschen Bergbau-Ausstellung vom 13. bis 28. September 1958 in Essen

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg fanden in Essen eine Reihe von Ausstellungen zum Steinkohlenbergbau statt, die in der Tradition von Industrie- und Gewerbeausstellungen des 19. Jahrhunderts standen. Mit der Schau des Jahres 1958 verbindet sich zugleich der Beginn einer einschneidenden Strukturkrise des Bergbaus an der Ruhr.

Ein Streikgedicht von Heinrich Kämpchen zur Praxis des Wagennullens

Sie brachte wohl so manches Fass zum Überlaufen: Die Praxis des Wagennullens wurde im Steinkohlenbergbau von der Mitte des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts angewandt, um die Arbeiter zur Förderung möglichst reiner Kohle anzuhalten. In einem Gedicht wandte sich Heinrich Kämpchen (1847-1912), Bergmann und Arbeiterdichter, mit einer eindeutigen Botschaft an die mittlere Führungsebene. Man solle nur mit dem „Nullen“ so weiter machen, man werde dann schon sehen, was man davon habe. Ein Streik lag in der Luft.

Der „unübertroffene“ Abbauhammer – Werbung und Technologiewandel im deutschen Bergbau der 1920er Jahre

„Probier’s mal hiermit!“ scheint der Bergmann auf der Anzeige für Abbauhämmer der Firma Korfmann seinem schwitzenden Kollegen zu raten. Die Botschaft in der Werbung ist eindeutig: Der Abbauhammer sei gegenüber der Konkurrenz „unübertroffen“ und stelle für die Gewinnungsarbeit eine erhebliche Erleichterung dar. Das aktuelle Objekt des Monats ist der Ausgangspunkt für einige Beobachtungen zum Umgang mit dem Technologiewandel in der Werbung und seinen Auswirkungen auf die Bergleute während der 1920er-Jahre.